Ausgabe 1/2019 der WIRTSCHAFT UND VERWALTUNG ist am 08.02.19 erschienen und widmet sich aktuellen Fragen des Friedhof- und Bestattungsrechts

Ulrich Stelkens, Das Friedhofs- und Bestattungsrecht und das Allgemeine Verwaltungsrecht: Überlegungen aus Anlass der 10. Speyerer Tage zum Friedhofs- und Bestattungsrecht

Der Verfasser stellt die Innovationskraft des Friedhofs- und Bestattungsrechts für die Weiterentwicklung des Allgemeinen Verwaltungsrechts dar. Es gibt viele Gründe, es als interessantes Referenzgebiet für die Arbeit am Allgemeinen Verwaltungsrecht zu erschließen. Dies setzt jedoch seine hinreichende wissenschaftliche Durchdringung voraus. Auch hierzu sollen die Speyerer Tage zum Friedhofs- und Bestattungsrecht ebenso wie die regelmäßige Veröffentlichung der dort gehaltenen Vorträge in der „Wirtschaft und Verwaltung“ einen Beitrag leisten.


Tade Matthias Spranger, Aktuelle Rechtsprechung zum Friedhofs- und Bestattungsrecht

Die vorliegende Übersicht über einige besonders bemerkenswerte Judikate aus dem Bereich des Friedhofs- und Bestattungsrechts verdeutlicht erneut, dass diese Rechtsmaterie endgültig „im Leben angekommen“ ist. Noch vor wenigen Jahren war die Zahl der einschlägigen Entscheidungen vergleichsweise überschaubar, zudem verließen die entsprechenden Diskussionen die engsten Fachkreise meist nicht. Gesamtgesellschaftliche Entwicklungen, aber auch die technische Durchdringung des alltäglichen Lebens führen hier zu vollkommen gewandelten Verhältnissen.


Erik Gawel, Gebühren und Wettbewerb – Theoretische und praktische Herausforderungen

Obwohl der Bereich gebührenfinanzierter öffentlicher Leistungen auf den ersten Blick kaum von Wettbewerbsfragen berührt scheint, so ergeben sich doch gerade für Friedhofsleistungen erhebliche Herausforderungen unter Wettbewerbsgesichtspunkten. Faktisch müssen Friedhofsleistungen unter Wettbewerbsbedingungen erbracht werden, und auch das neue Umsatzsteuerrecht schafft für die öffentliche Hand eine neuartige wettbewerbsbezogene Umsatzsteuerpflicht. Folge sind u. a. weithin zu beklagende strukturelle Defizitlagen für Friedhofseinrichtungen. Der Verfasser zeigt Reaktionsmöglichkeiten im Gebührenrecht auf.


Ansgar Hense,  Satzungen für kirchliche Friedhöfe: Rechtsnatur und Gestaltungsmöglichkeiten

Der Verfasser geht im Einzelnen Fragen der Rechtsnatur und der Gestaltungsmöglichkeiten bzw. -herausforderungen nach.  In einem ersten Schritt unterzieht er das Rechtsgebiet einer kursorischen Normfeldanalyse, um gesetzgeberische Normierungen etwa in puncto Satzung des kirchlichen Friedhofträgers aufzuspüren, bevor er einige Koordinaten der statuarischen Gestaltungsoptionen anspricht.


Michael Albrecht, Praxisbericht - Grundsätze ordnungsgemäßer Friedhofsbewirtschaftung und Bestattung - Fachbeitrag zu den 10. Speyerer Tagen zum Friedhofs- und Bestattungsrecht-

Die mediale Aufmerksamkeit zum Thema Wachsleichen wird als Anlass genommen, den Kenntnisstand und Ursachen zu analysieren. Weiterhin werden konkrete Forderungen zur Umsetzung einer ordnungsgemäßen Friedhofsbewirtschaftung und Bestattung erhoben. Friedhofsverwaltungen kommt hierbei eine besondere Rolle zu.


Harald Walther, Der Familienkonflikt, die Friedhofsverwaltung, der Bestatter und die Mediation

Es gibt kaum einen von Rechtsnormen erfassten Bereich – und welcher Bereich ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht von Rechtsnormen erfasst – , in dem nicht auch das Verfahren und die Methode der Mediation Einzug gehalten haben oder dies zumindest versuchen. Inwieweit diese in den vergangenen Jahren eher behutsam im Vordringen befindliche Methode der konsensualen Streitbeilegung sich auch für die im Friedhof- und Bestattungsrecht anfallenden oftmals mehrpoligen Konflikte als nicht in allen Fällen aber doch immer mehr passende Lösungsoption empfiehlt, untersucht dieser Beitrag.


Cristina Fraenkel-Haeberle, Das Bestattungsrecht in Italien

Aufgrund der starken Auseinandersetzung mit dem Jenseitsleben und der Faszination des Todes steht die Totenbestattung in Italien traditionell im Mittelpunkt des Interesses. Unter dem Einfluss der katholischen Lehre wird der Aufbewahrung der sterblichen Überreste in Erwartung des Jüngsten Gerichts eine hohe Bedeutung eingeräumt. Aus diesem Grund hat die katholische Kirche die Feuerbestattung bis 1963 verboten, da nicht die Reinigungskraft der Flammen gesehen, sondern die Qualen der Hölle gefürchtet wurden. Der besseren Aufbewahrung der sterblichen Überreste diente die Gruftbestattung bzw. Beisetzung in einer Sargwandnische, die den Verwesungsprozess gegenüber der Erdbestattung verlangsamt. Einige vornehme Persönlichkeiten, wie der Schriftsteller Alessandro Manzoni, ließen sich sogar einbalsamieren. Die Feuerbestattung wurde erst 1888 von der sog. Legge Crispi gesetzlich geregelt.